Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat in einem Grußwort auf der Landessynode 2026 der Evangelischen Kirche im Rheinland die Rolle der Kirche als Stütze von Sozialstaat und als Wertekompass betont.
„Als Kirche sind Sie verlässlicher Partner, kritischer Begleiter, wichtiger Träger von Gemeinwesen und moralischer Kompass“, sagte die Ministerpräsidentin vor dem obersten Leitungsgremium der rheinischen Kirche. Das brauche es in einer Welt, in der Kräfte die Kompassnadel in eine andere Richtung drehen wollten. Als Beispiel zitierte sie Tech-Milliardär Elon Musk: „Die grundlegende Schwäche der westlichen Zivilisation ist Empathie.“ Dem wolle sie entschieden die Worte der jüdischen Philosophin Hannah Arendt entgegenstellen: „Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in die Barbarei verfällt.“ Wir alle wollten nicht in Barbarei verfallen. „Deshalb ist es gut, wenn wir darauf achten, dass die Kompassnadel richtig ausgerichtet bleibt.“ Es gelte, Haltung zu zeigen, vor allem bei Widerstand. „Denn das ist die große Kunst.“
„Das machen Menschen mit Empathie, Engagement und Professionalität“
Die Kirche zeige Haltung mit Worten, vor allem aber mit Taten. Als wichtige Akteurin im Saarland unterstützte sie beispielsweise die Jugendhilfe, die offene soziale Arbeit, die Wohnungslosenhilfe, die Jugendsozialarbeit und die berufliche Integration. „Und sie hilft mit Wohnheimen“, sagte sie mit Blick auf die Diskussionen um Einsparungen im Bereich der Evangelischen Studierendengemeinden. „All das machen Menschen vor Ort mit viel Empathie, Engagement und einem hohen Maß an Professionalität.“
Parallelen zwischen Kirche und Politik
Mit Blick auf die derzeitigen gesellschaftlichen Herausforderungen sieht Rehlinger viele Parallelen zwischen Kirche und Politik. „Das zeigen die Anträge, die Sie hier behandeln.“ Es passe auch, dass sie just an jenem Tag zu Gast sei, an dem es um Finanzen gehe. „Als Haushaltsnotlageland beschäftigen wir uns seit Jahren mit dem Sparen. Dabei haben wir aber nie die Zuversicht und den Optimismus verloren“, sprach sie den Synodalen Mut zu. „Es geht darum, sich inhaltlich gut aufzustellen, die eigene Haltung klarzumachen und Strukturen zu schaffen, um die eigenen Stärken einbringen zu können“, führte Rehlinger aus. Wandel müsse per se nichts Schlechtes sein. „Es hängt davon ab, was wir daraus machen.“
