„Sonne und Salz“: TV-Gottesdienst live aus Mallorca

Am Sonntag, 19. April, läuft ab 9.30 Uhr im ZDF ein Live-Gottesdienst aus Mallorca. Mittendrin: das rheinische Pfarrehepaar Martje Mechels und Holmfried Braun. Seit 2020 arbeiten sie für die deutschsprachige Evangelische Gemeinde auf den Balearen.

Hier den Gottesdienst am 19. April ab 9.30 Uhr live verfolgen!

„Sonne und Salz“ lautet der Titel des evangelischen Fernsehgottesdienstes, der live aus der Kirche La Porciúncula übertragen wird. „Wir bereiten einen besonderen Gottesdienst vor, der unter dem Motto ,Sonne und Salz‘ steht”, verrät Martje Mechels.. Dieses Motto passe gut zu Mallorca. „Zugleich möchten wir mit Jesu Botschaft ,Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!‘ Mut machen, dies heute auch zu leben.“ Sehr froh seien sie darüber, zu diesem Ereignis Gast in der Kirche La Porciúncula sein zu dürfen. „Für uns ist die ,Kristallkirche‘, wie sie wegen ihrer beeindruckenden Glasfenster auch genannt wird, nach der Kathedrale die zweitschönste Kirche auf Mallorca. Dass die Franziskaner uns diesen Ort zur Verfügung stellen, ist wunderbar.“ Die Kirche und auch die Schönheit der Insel werden nach Aussage des Pfarrehepaars in einem Eingangstrailer des Fernsehgottesdienstes eine besondere Rolle spielen.

Die Kirche La Porciúncula. (Foto: Javier Perez Montes, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Ganz besonderer Einsatzort

Seit nunmehr sechs Jahren sind die Balearen der Arbeitsplatz des Pfarrerehepaars. Auf den Inseln veranstalten sie Gottesdienste sowie Wandertouren und betreuen Urlauberinnen und Urlauber in Not. Das Gemeinde- und Wohnhaus der deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde auf den Balearen steht in zehnter Reihe hinter dem Ballermann in S’Arenal auf Mallorca. Von hier aus leiten Mechels und Braun unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland die Geschicke der Gemeinde. „Wir versuchen, nah an den Menschen dran zu sein“, sagt Pfarrerin Mechels. Dabei helfe es, in einer Touristenregion zu arbeiten. „Im Urlaub sind Menschen oft besonders offen und in mancher Hinsicht besonders bedürftig. Das öffnet Chancen, die wir versuchen zu nutzen.“

Im Garten des Gemeindehauses werden regelmäßig große Feste gefeiert. (Foto: Danyel André Photographer)

In Trauer und Freude für die Menschen da

Urlaub ist sodann das passende Stichwort. „Wir arbeiten zur Hälfte für die Kirchengemeinde und leisten zur anderen Hälfte Tourismusseelsorge“, erläutert Braun. Bedeutet: Sie sind in allen Lebenslagen für die Urlauberinnen und Urlauber da – ob nach Unfällen oder dem Diebstahl des Mietwagens. „Wir begleiten die Menschen in ihrer Freude, aber auch in ihrer Trauer um verunglückte Angehörige und in Notsituationen“, fasst es Mechels zusammen.

Hilfe und Trost für inhaftierte Männergruppe

Letzteres trifft auf die Gefängnisseelsorge zu, die Braun gemeinsam mit einem Team von Ehrenamtlichen verantwortet. Vor ein paar Jahren rückte diese Arbeit auch medial in den Fokus. „Damals haben wir die Männergruppe aus Münster betreut, die wegen des Vorwurfs der Brandstiftung wochenlang in Untersuchungshaft saß“, erzählt Braun. Für den 57-Jährigen ist diese Art der Unterstützung eine der wichtigsten als Kirche vor Ort. „Wer soll sonst für die Menschen da sein, wenn nicht wir?“ Damit könne man zudem eine Antwort auf die Frage geben, wozu Kirche – auch an Urlaubsorten – da sei. „In solchen Situationen merkt man, dass der Glaube eine wichtige Rolle spielt, er Trost spenden kann.“

Krankenhausbesuchsdienst und „Herztaten“ für Alleinstehende

Dasselbe gilt auch für die Krankenhausseelsorge, den Arbeitsbereich von Mechels. Seit fast 20 Jahren gebe es einen Krankenhausbesuchsdienst. „Das ist für die Urlauberinnen und Urlauber enorm wichtig, da sie meist kein Spanisch sprechen und sich verloren fühlen.“ Des Weiteren ist die Kirchengemeinde Trägerin der Aktion „herztat“, die sich um, deutschsprachige ältere Menschen kümmert, die einsam sind oder Hilfe benötigen. „Wir helfen allen, die etwa durch Armut, den Verlust des Partners oder Krankheit in Not geraten.“

Nach zwölf Jahren in Moers Auslandsabenteuer gestartet

Seit August 2020 sind Mechels und Braun auf Mallorca. Zuvor waren sie zwölf Jahre in Moers tätig: Braun als Pfarrer in der Gemeinde Asberg. Mechels hat sich dort sieben Jahre lang die Pfarrstelle mit ihrem Mann geteilt, bevor sie danach fünf Jahre beim Gemeindedienst für Mission und Ökumene Niederrhein (heute: Gemeindedienst für entwicklungspolitische Bildung) beschäftigt war. „Weil unsere fünf Kinder nach und nach das Haus verlassen haben, kam der Wunsch auf, etwas Neues zu wagen“, blickt die 57-Jährige zurück. Das Ausland habe sie schon immer gereizt.

Beim „Wandern für Leib & Seele“ wird über Gott und die Welt gesprochen.

„Kirche aus dem Kofferraum“

Rund 500 Mitglieder aus dem DACH-Raum (Deutschland-Österreich-Schweiz) zählt die Kirchengemeinde auf den Balearen. Gottesdienste werden an verschiedenen Orten in katholischen Kirchen auf Mallorca und Ibiza gefeiert. „Unter den Gästen sind Touristen, Residenten und Halbresidenten, also Menschen, die dauerhaft oder teilweise hier leben“, erklärt Mechels. Es sei sehr gewinnbringend, diese Vielfalt zu erleben. Das Gemeinde-Portfolio umfasst eine Konfirmandengruppe, eine Männerkochgruppe, ein Frauenfrühstück und den Kirchen-Klatsch – eine Art Bibelkreis. Mechels und Braun bezeichnen all das gerne als „Kirche aus dem Kofferraum“. Schließlich seien sie viel unterwegs. Das Ziel: Die Menschen dort erreichen, wo sie sind. Dazu passt das im Winterhalbjahr monatlich stattfindende „Wandern für Leib & Seele“. „Unterwegs sprechen wir im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt“, sagt Mechels.

Gemeindefest am Pool und 30 Hochzeiten pro Jahr

Regelmäßig würden zudem große Feste gefeiert. Ein Beispiel sei das Gemeindefest mit mehr als 100 Personen im Pfarrgarten – unter großen Palmen am Pool. Nicht zu vergessen die rund 30 Hochzeiten pro Jahr. „Die Paare verbindet meist eine besondere Geschichte mit Mallorca: Der Heiratsantrag ist hier romantisch am Strand geschehen oder sie haben sich hier kennengelernt“, erzählt Braun. Bis 2029 ist das Pfarrerehepaar nach einer Verlängerung noch auf den Balearen. Wie es danach weiter geht, ist noch offen. „Wir sind sehr gerne im Ausland, kommen aber auch gerne wieder zur Evangelischen Kirche im Rheinland zurück“, bringt es Braun auf den Punkt.

Rund 30 Hochzeiten feiert das Pfarrerehepaar im Jahr.

Spannende Vorbereitungszeit

Aber zurück zum Gottesdienst: „Der erste Kontakt mit dem ZDF kam im vergangenen Sommer zustande”, erzählt Mechels, und nach ersten Planungen und Vorgesprächen wurde sie zusammen mit ihrem Mann dann im Herbst nach Berlin eingeladen, um an einem speziellen TV-Training teilzunehmen. „Wir waren drei Tage in Berlin, und wurden von einem Team von Redakteuren und unserem Kollegen Christof Enders begleitet und gecoacht”, erzählt die Pfarrerin weiter. Pfarrer Enders sei als verantwortlicher Pfarrer der EKD für die ZDF-Fernsehgottesdienste für zahlreiche Aspekte zuständig – unter anderem auch für den Auftritt der Protagonisten vor der Kamera. „Es war super spannend zu lernen, wie wir uns vor der Kamera bewegen müssen, wie schnell oder langsam wir sprechen müssen, um eine bestimmte Zeit einzuhalten, wie wir unsere Hände bewegen, und sogar, wie wir uns im Talar so bewegen, dass es vor der Kamera gut rüberkommt“, erzählt Braun.

Musik im Gottesdienst spiegelt Vielfalt wieder

Der Gottesdienst wird liturgisch gestaltet von Pfarrehepaar Mechels und Braun. Sprechende sind Jan Marks, Birgitt Nergenau und Ella Mechels. Die Musik spiegelt die Vielfalt der deutschsprachigen Gemeinde auf Mallorca wieder. Es musizieren Chand Llamas (spanische Gitarre), Daniyella (Sologesang), Sheela Gathright (Gospel-Sologesang), Norbert Fimpel (Saxophon) und Ruth Albrecht (Orgel).

  • 16.04.2026
  • Andreas Attinger
  • Danyel André Photographer , Evangelische Gemeinde auf den Balearen