Präses: „Auch wir brauchen eine Diasporafähigkeit“

Düsseldorf/Bergisch Gladbach. „Das brauchen wir auch in unserer Kirche: nicht die ständige ängstliche Sorge um uns selbst, sondern die Freiheit, dass wir uns um andere kümmern.“ In seiner Predigt zum 250-jährigen Bestehen der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach fordert Präses Dr. Thorsten Latzel in Bezug auf den Propheten Jeremia für die Kirche der Gegenwart mehr Diasporafähigkeit, „die Fähigkeit, auch als kleine geistliche Gemeinschaft für andere da zu sein“.  Der Festgottesdienst in der Gnadenkirche in Bergisch Gladbach beginnt am heutigen Freitag, 29. August, um 18 Uhr.

„Suchet der Stadt Bestes“ – dieser Vers aus dem Brief des Propheten Jeremia an die Menschen im babylonischen Exil könne, so der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, auch heute noch Richtschnur sein für christlich motiviertes Handeln. Aus dem biblischen Text leitet Latzel vier Aufforderungen für die Gegenwart ab:

  • „Werdet heimisch in der Zeit und an dem Ort, an dem ihr lebt. Und gebt anderen Menschen, Fremden, Obdachlosen, Heimatlosen eine Heimat bei euch.“
  • „Pflanzt Gärten! Das beinhaltet auch die Aufforderung, Gottes Schöpfung zu bewahren, um Städte grün und lebenswert zu gestalten, Orte innerer wie äußerer Rekreation zu schaffen.“
  • „Lebt Beziehung. Weil Abschottung ebenso wie Anpassung kein Ausdruck von Freiheit und Gottvertrauen sind. Sondern von Angst und Selbstverlust.“
  • „Dort, wo wir wachsen und uns mehren können, sollen wir es tun. Ein evangelischer Bischof aus den neuen Bundesländern hat das einmal so ausgedrückt: ,Fröhlich kleiner werden und dabei wachsen wollen‘.“

„Heilsam gegen unsere Kurzsichtigkeit“

Glauben bedeute, sich von Gott alle Dinge zum Besten dienen zu lassen, heißt es im Predigtmanuskript. „Der Horizont der Ewigkeit Gottes ist heilsam gegen unsere Kurzsichtigkeit.“

  • 29.08.2025
  • Ekkehard Rüger
  • EKiR/Marcel Kuß
Predigtmanuskript Präses Thorsten Latzel - 250 Jahre ev. KG Bergisch Gladbach (Sperrfrist: Samstag, 29. August 2025, 18 Uhr)