Düsseldorf. Am Karfreitag, 3. April 2026, 8.40 Uhr, spricht Pfarrerin Antje Menn das Geistliche Wort auf WDR 5. Dem Feiertag kommt die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland in der Radioandacht anhand des Romans „Das siebte Kreuz“ von Anna Seghers auf die Spur.
Im Zentrum von Gottesdiensten, Kreuzwegen, Andachten und Konzerten am Karfreitag stehe die Leidensgeschichte Jesu. „Sein Sterben am Kreuz“, sagt Antje Menn: „In ihm wird der leidende und sterbende Mensch erkennbar. Das Kreuz Jesu vergegenwärtigt das Leid der viel zu vielen Menschen, die durch die Zeiten hindurch bis heute Schlimmes erfahren haben und erfahren. Menschen, die ihrer Herkunft, ihrer Überzeugung oder Religion wegen diskriminiert und verfolgt werden. Menschen, die sexuell missbraucht werden, die unter Gewalt und Terror leiden. Auf all diese Leidenswege, so glauben Christinnen und Christen, wirft das Kreuz Jesu Christi Licht. Auf dass sie gesehen werden. Auf dass sie erinnert werden.“
Den Handlangern des Todes sagen: Es wird ein Ende damit haben
„Ich blicke an Karfreitag auf Christus am Kreuz und spüre etwas von dem Trost, dass da einer ist, der sich Leid und Not zu eigen macht und Gott damit in den Ohren liegt“, sagt die Theologin im Geistlichen Wort. Darin liege schon an Karfreitag, also vor der Auferstehung Jesu von den Toten, ein Hoffnungsschimmer. Für sie selbst verbinde sich damit die Frage nach der eigenen Haltung: „Schaue ich hin und widerspreche, wo Zynismus und Menschenverachtung Raum greifen? Oder habe ich mich längst daran gewöhnt, dass Menschen andere ausgrenzen und ihre Würde missachten? Wo setze ich mich dafür ein, dass Fronten durchlässig werden? Oder glaube ich meiner inneren Stimme, die mir manchmal flüstert, dass Einzelne ohnehin nichts ändern können? Doch, das kann ich. Im Kleinen tun, was ich mir im Großen wünsche. Und so zu einer glaubwürdigen Zeugin der Gemeinschaft des Volkes Gottes werden – einer Gemeinschaft, in der alle ihren Platz haben. Beherzt klagen, trösten, hoffen und beten. Und so gemeinsam den kleinen und großen Handlangern des Todes, all jenen, die mit Worten und Blicken, Gewalt und Waffen Schrecken um sich verbreiten, sagen: Es wird ein Ende damit haben. Von Ostern her.“
„Karfreitagsgespräch“ mit dem rheinischen Präses bei Radio NRW
Radio NRW sendet am 3. April zwischen 12 und 13 Uhr ein „Karfreitagsgespräch“ mit Präses Dr. Thorsten Latzel. Dabei handelt es sich um ein schon seit einigen Jahren etabliertes Interviewformat im Rahmenprogramm für die 45 Lokalradios in Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr spricht Manfred Rütten, stellvertretender Leiter des Evangelischen Rundfunkreferats NRW, in zwei jeweils zweiminütigen Beiträgen mit dem rheinischen Präses über das Thema „Feiertage: zwischen Aushalten und Innehalten“. Dabei wird es um den Sinn von Feiertagen und insbesondere von sogenannten „stillen“ Feiertagen wie Karfreitag gehen, für die besondere Auflagen gelten.
Stichwort: Karfreitag
Der Karfreitag hat mit dem Tod von Jesus Christus am Kreuz eine besondere Bedeutung für den christlichen Glauben. In ihm erkennen Christinnen und Christen die Liebe Gottes, die über den Tod hinaus besteht. Gott selbst leidet mit am Kreuz und ist auch in den schwersten Stunden des Lebens ganz nah.
