Wechsel im Evangelischen Büro Saarland: Dr. Thomas Bergholz ist neuer Beauftragter, Frank-Matthias Hofmann geht in den Ruhestand. Dr. Thorsten Latzel, Präses der rheinischen Kirche, und Dorothee Wüst, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, würdigen beide als „Brückenbauer“.
Der rheinische Präses Dr. Thorsten Latzel hat am Dienstagabend, 28. April, 2026, Dr. Thomas Bergholz in das Amt des Beauftragten der Evangelischen Kirchen für das Saarland eingeführt. Er sei ein „Brückenbauer, ein konsensorientierter Mensch, der gut zuhören kann, Ruhe reinbringt, immer wieder die gemeinsame Basis sucht“, sagte Latzel in der Saarbrücker Johanneskirche. Ein Kompromiss sei für Bergholz „kein politisches Schimpfwort, sondern im besten Fall das Ergebnis eines gelungenen gemeinsamen Verständnisprozesses“. Latzel weiter: „Und solch einen Geist der Versöhnung brauchen wir – gerade in unruhigen Zeiten“, erklärte der leitende Theologe der zweitgrößten evangelischen Landeskirche. „Spaltung, Hass und Hetze gibt es mehr als genug.“
Vom Pfarramt in der Ludwigskirche ins Beauftragten-Büro
Bergholz war seit 2016 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Saarbrücken-Mitte und damit der Ludwigskirche. Davor war er unter anderem wissenschaftlicher Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Dozent für Neues Testament und Kirchengeschichte an einer Theologischen Hochschule in Indonesien. Bergholz folgt auf Frank-Matthias Hofmann, der nach rund 20 Jahren im Amt in den Ruhestand geht. Der Beauftragte der Evangelischen Kirchen für das Saarland pflegt im Auftrag der Kirchenleitungen die Beziehungen zwischen den Landeskirchen und dem Saarland.
Hofmann als Brückenbauer und Netzwerker
Die pfälzische Kirchenpräsidentin Wüst würdigte Hofmanns Rolle als evangelische Stimme und Gesicht. „Sie waren im besten Sinne Brückenbauer zwischen Kirche und Politik, Netzwerker im Spiel gesellschaftlicher Kräfte und klarer Lobbyist für die Anliegen und Sorgen von Menschen“, sagte sie. Hofmann bedankte sich für alles „Ringen um gute Lösungen, im Einsatz für unsere Kirche, im Gespräch mit der Politik und Gesellschaft, im gemeinsamen Suchen nach dem, was heute dran ist“.
Rehlinger: „Zuversichtlich, dass fruchtbarer Boden noch viele Früchte bringt“
Auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) würdigte die Arbeit von Hofmann. „Heute endet eine Ära. In den 20 Jahren, in denen Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann das Evangelische Büro im Saarland geleitet hat, war er ein zuverlässiger und inspirierender Ideengeber und Brückenbauer an der Schnittstelle zwischen Kirche, Politik und Gesellschaft“, sagte sie. Sein Engagement für soziale Gerechtigkeit, Bildung, Erinnerungskultur und interreligiösen Dialog suche seinesgleichen. „Ich bin zuversichtlich, dass der fruchtbare Boden, den er nun in die vertrauensvollen Hände von Kirchenrat Dr. Thomas Bergholz gegeben hat, noch viele Früchte bringen wird. Ich wünsche ihm viel Erfolg bei der neuen verantwortungsvollen Aufgabe.“
Altpräses Schneider unter Gottesdienstbesuchern
Bei dem Gottesdienst mit anschließendem Empfang der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz in der Johanneskirche Saarbrücken waren rund 350 Menschen zu Gast. Unter den mehreren hundert Gästen der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz waren auch der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und rheinische Altpräses Nikolaus Schneider, der frühere Bundesaußenminister Heiko Maas und der ehemalige saarländische Ministerpräsident Reinhard Klimmt (beide SPD).
Lesetipp: Ein Interview mit Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann zu seinem Ruhestand und seinem Amtszeit sowie gesellschaftlichen Themen finden Sie hier.
