Die Schöpfungszeit beginnt
Vom 1. September bis Erntedank am 4. Oktober ist die Zeit im Jahr, die Raum gibt, uns neu als Teil von Gottes Schöpfung zu erfahren – und darüber nachzudenken, was wir zu ihrer Bewahrung beitragen können.
Aus diesem Anlass habe ich zehn Gebote, also Leitlinien, für den Umgang mit Gottes Schöpfung verfasst. Zehn Gebote? Ist das nicht anmaßend? Nein! Schon Martin Luther sagte: „Wir werden neue Dekaloge machen, wie es Paulus in allen seinen Briefen tut und Petrus, besonders aber Christus im Evangelium.“ (WA 39/1,47, 25) Die Bedrohung von Gottes Schöpfung durch menschliches Tun braucht Gegenmaßnahmen. Diese bringe ich in diesem Schöpfungs-Dekalog mit so klarem Bezug auf Gott zum Ausdruck:
10 Gebote für die Schöpfungszeit
1. Gott hat die Welt geschaffen, du bist ein Teil davon.
Behandle Gottes Schöpfung mit Ehrfurcht, sie ist kein Privatbesitz.
2. Du sollst Tiere und Pflanzen schützen – sie sind Geschöpfe wie du.
Im Reichtum der Arten spiegelt sich Gottes überfließende Liebe.
3. Du sollst das Klima bewahren als Raum für alles, was lebt.
Schaffe Schutz vor Hitze mit Bäumen, Grün, Wasser und kühlen Orten.
4. Du sollst Wasser als Lebensquelle achten und allen zugänglich machen.
Es ist keine Ware. Jeder Mensch hat das Recht auf sauberes Wasser.
5. Du sollst auf die Schwächsten achten.
Kranke, Kinder, Alte, Arme leiden am stärksten, wo die Schöpfung zerstört wird.
6. Du sollst Lebensmittel teilen – und Reste bewahren.
Was Menschen satt macht, gehört auf den Tisch, nicht in die Tonne.
7. Kehre um, wo die Schöpfung verletzt wird.
Wüstenzeiten sind Zeiten des Innehaltens und Umdenkens.
8. Genieße das Leben, statt es zu konsumieren.
Du gewinnst, wenn du aufhörst, immer mehr haben zu müssen.
9. Gib mit freiem Herzen und offen Händen – es ist genug für alle da.
Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gehören zusammen.
10. Lebe Hoffnung für Gottes Welt.
Die Schöpfung wartet darauf, dass wir gemeinsam anfangen, anders zu leben.
